Foto: ©Jan Weiler
Die Arbeit gegen Rechtsextremismus steht aktuell unter starkem Druck. Angriffe auf zivilgesellschaftliche Projekte nehmen zu, und mit dem geplanten Umbau von „Demokratie leben!“ stehen zentrale Förderstrukturen auf dem Prüfstand. Mit dem geplanten Förderende zum Jahresende stehen wir ebenso wie viele der Innovationsprojekte, die wir bei der Vernetzung begleiten, vor großen Unsicherheiten. Für alle bedeutet dies eine Phase der Unsicherheit – und die Frage, welche Strukturen für wirksame Präventionsarbeit unverzichtbar sind.
Innovationsprojekte nehmen in diesem Kontext eine besondere Rolle ein: Sie greifen neue Phänomene frühzeitig auf, entwickeln modellhafte Ansätze und erproben innovative Zugänge für unterschiedliche Zielgruppen. Damit tragen sie entscheidend dazu bei, dass Präventionsarbeit auf aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen reagieren kann. Gleichzeitig liefern sie Impulse für Regelstrukturen, indem sie Erfahrungen und Konzepte bereitstellen, die langfristig in die Breite getragen werden können.
Gerade deshalb zeigt sich die Bedeutung verlässlicher Vernetzungsformate: Im Rahmen der Innovationsprojektevernetzung unter Federführung des LidiceHaus kommen Projekte der Rechtsextremismus- und Verschwörungsprävention regelmäßig in Präsenz und digital zusammen. Diese Treffen ermöglichen es, Erfahrungen systematisch auszutauschen, fachliche Expertise zu bündeln und gemeinsame Perspektiven zu entwickeln.
Die Wirkung dieser Vernetzung ist konkret: Sie stärkt die Handlungssicherheit von Projekten im Umgang mit komplexen Herausforderungen, macht Wissen und erprobte Ansätze zugänglich und schafft belastbare Kooperationsstrukturen. Gleichzeitig entsteht ein gemeinsames Verständnis zentraler Bedarfe im Feld – eine wichtige Grundlage, um fachliche Anliegen gegenüber Fördermittelgebern fundiert zu vertreten.
Wenn solche Formate wegfallen, gehen nicht nur Austauschmöglichkeiten verloren, sondern auch gewachsene Expertise, abgestimmte Strategien, Ressourcen und tragfähige Unterstützungsstrukturen für die Praxis. Vernetzung ist keine Ergänzung, sondern ein zentraler Bestandteil wirksamer Präventionsarbeit: Sie sichert Qualität, vermeidet Parallelstrukturen und ermöglicht gezielten Ressourceneinsatz.
Vor diesem Hintergrund ist ein weiteres Vernetzungstreffen in Planung – als Raum, um fachlichen Austausch aufrechtzuerhalten, Entwicklungen gemeinsam einzuordnen und sich gegenseitig zu stärken. Gerade in einer Phase, in der Förderungen auslaufen und Projekte unter Druck stehen, zeigt sich: Zusammenarbeit, systematischer Wissenstransfer und die Stärkung gemeinsamer Strukturen sind unverzichtbar.
KompRex | 30. April 2026
