Autor: Klara

  • Jugendverbände unter Druck: DBJR-Erhebung zeigt zunehmende Angriffe

    Jugendverbände unter Druck: DBJR-Erhebung zeigt zunehmende Angriffe

    Bild: ©DBJR

    Eine aktuelle bundesweite Erhebung des Deutscher Bundesjugendring (DBJR) zur Bedrohungslage von Jugendverbänden zeigt: Angriffe auf zivilgesellschaftliche Jugendstrukturen nehmen zu, insbesondere auf kommunaler Ebene. Die vorliegenden Ergebnisse sind vorläufig, die Befragung läuft aktuell noch.

    Jugendverbände berichten von Beleidigungen, Online-Angriffen und Bedrohungen bis hin zu Sachbeschädigungen oder Störungen von Veranstaltungen. In vielen Fällen besteht ein Bezug zum extrem rechten Spektrum. Die Angriffe richten sich nicht nur gegen Organisationen insgesamt, sondern auch gegen einzelne Engagierte und konkrete Aktivitäten.

    Neben direkten Anfeindungen spielen auch politische Formen der Delegitimierung eine zunehmende Rolle. Dazu gehören etwa parlamentarische Anfragen, öffentliche Diffamierungen oder die Infragestellung der Arbeit von Jugendverbänden. Häufig wird dabei das Narrativ fehlender „Neutralität“ genutzt, um demokratische Positionierungen zu delegitimieren.

    Auch wenn die Ergebnisse noch nicht abschließend sind, zeichnen sie bereits ein deutliches Bild: Es handelt sich nicht um vereinzelte Vorfälle, sondern um ein breiteres Muster, in dem zivilgesellschaftliche Akteure zunehmend unter Druck geraten. Besonders auf lokaler Ebene entstehen dadurch konkrete Belastungen für Haupt- und Ehrenamtliche bis hin zu Verunsicherung, Rückzug oder Selbstzensur.

    Die finalen Ergebnisse der Erhebung werden in Kürze veröffentlicht. Weitere Informationen und aktuelle Einblicke sind auf der Website des DBJR zu finden.

    Jugendverbände sind zentrale Orte demokratischer Bildung und Teilhabe. Die vorläufigen Ergebnisse unterstreichen, wie wichtig es ist, diese Strukturen zu stärken und Engagierte im Umgang mit Anfeindungen zu unterstützen.

    FaTRex | 18. Mai 2026

  • Neues Handbuch: Unternehmerische Verantwortung in Zeiten rechtsextremer Einflüsse 

    Neues Handbuch: Unternehmerische Verantwortung in Zeiten rechtsextremer Einflüsse 

    Bild: ©Gesicht Ziegen!

    Gemeinsam mit der Initiative Unternehmen gegen Rechts hat Gesicht Zeigen! das „Handbuch für eine demokratische Zukunft“ veröffentlicht. Es handelt sich um eine Publikation, die sich gezielt an Unternehmen und Arbeitgeber*innen richtet. 

    Das Handbuch bündelt aktuelle Zahlen zu rechtsextremen Vorfällen und deren Auswirkungen auf Betriebsklima, Fachkräftegewinnung und Volkswirtschaft, Stimmen aus Unternehmen, die sich öffentlich positionieren, sowie praxisnahe Handlungsempfehlungen für Führungskräfte, HR und Betriebsräte, von Schulungsformaten über demokratischen Führungsstil bis hin zu klaren Haltungen im Umgang mit Vorfällen. 

    Ob zur Erstorientierung, internen Sensibilisierung oder als Grundlage für konkrete Maßnahmen: Das Handbuch ist ein niedrigschwelliger Einstieg für Unternehmen, die Rechtsextremismusprävention im Betrieb verankern möchten.  Das Handbuch steht als PDF zur Verfügung.

    Gesicht Zeigen! | 12. Mai 2026

  • Neues Schlaglicht der Fachstelle Rechtsextremismus und Familie (RuF)

    Neues Schlaglicht der Fachstelle Rechtsextremismus und Familie (RuF)

    ©Bild: RuF

    Die Fachstelle Rechtsextremismus und Familie (RuF) hat ein neues „Schlaglicht 2026“ veröffentlicht. Die Publikation greift aktuelle Entwicklungen im Themenfeld Rechtsextremismus und Familie auf und beleuchtet zentrale Dynamiken, Herausforderungen und Handlungsperspektiven für Fachkräfte.

    Als bundesweite Koordinations- und Fachstelle bündelt RuF Expertise zu rechtsextremen Einflussnahmen auf familiale Sozialisation und unterstützt Fachkräfte sowie Angehörige mit praxisnahen Materialien und Beratung. Das neue Schlaglicht bietet kompakte Einblicke und ordnet aktuelle Phänomene ein – eine hilfreiche Grundlage für die pädagogische und beratende Praxis.

    Erarbeitet wurde das Schlaglicht vom bundesweiten Netzwerk der Fachstelle, in dem unterschiedliche Träger und Expertinnen ihre Perspektiven aus Praxis, Beratung und Prävention einbringen. Diese multiperspektivische Autorinnenschaft ermöglicht eine fundierte Einordnung aktueller Entwicklungen und stärkt den Transfer in die Praxis.

    Die Publikation steht ab sofort online zur Verfügung und kann kostenfrei heruntergeladen werden.

    RuF | 4. Mai 2026

  • Unser Infoportal Rechtsextremismus-prävention startet neu!

    Unser Infoportal Rechtsextremismus-prävention startet neu!

    Foto: ©Gesicht Zeigen!

    Ab heute ist unser Infoportal Rechtsextremismusprävention mit aktualisierten Einträgen und neuem Design wieder erreichbar. Es bietet umfassende Hilfe bei der Suche nach allen professionellen Anlaufstellen der Rechtsextremismusprävention in ganz Deutschland. Egal, ob Sie Unterstützung bei rechtsextremen Vorfällen suchen, den Ausstieg aus der Szene begleiten möchten, Beratung zu lokalen Ereignissen benötigen oder Workshops, Aufklärungsmöglichkeiten und Forschungsergebnisse suchen – im Infoportal Rechtsextremismusprävention finden Sie schnell passende, professionelle und lokale Anlaufstellen.

    Das Infoportal Rechtsextremismusprävention zeigt kompakt und übersichtlich die Bandbreite und Professionalität der aktuellen Rechtsextremismusprävention in Deutschland. Von Beratungs- und Meldestellen über Bildungseinrichtungen bis hin zu Forschungsinstitutionen zeigt das Infoportal Rechtsextremismusprävention, wie wichtig diese Institutionen in der gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus sind!

    Das Infoportal Rechtsextremismusprävention ist ab sofort wieder erreichbar!

  • Nicht allein: Innovationsprojekte im Austausch

    Nicht allein: Innovationsprojekte im Austausch

    Foto: ©Jan Weiler

    Die Arbeit gegen Rechtsextremismus steht aktuell unter starkem Druck. Angriffe auf zivilgesellschaftliche Projekte nehmen zu, und mit dem geplanten Umbau von „Demokratie leben!“ stehen zentrale Förderstrukturen auf dem Prüfstand. Mit dem geplanten Förderende zum Jahresende stehen wir ebenso wie viele der Innovationsprojekte, die wir bei der Vernetzung begleiten, vor großen Unsicherheiten. Für alle bedeutet dies eine Phase der Unsicherheit – und die Frage, welche Strukturen für wirksame Präventionsarbeit unverzichtbar sind.

    Innovationsprojekte nehmen in diesem Kontext eine besondere Rolle ein: Sie greifen neue Phänomene frühzeitig auf, entwickeln modellhafte Ansätze und erproben innovative Zugänge für unterschiedliche Zielgruppen. Damit tragen sie entscheidend dazu bei, dass Präventionsarbeit auf aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen reagieren kann. Gleichzeitig liefern sie Impulse für Regelstrukturen, indem sie Erfahrungen und Konzepte bereitstellen, die langfristig in die Breite getragen werden können.

    Gerade deshalb zeigt sich die Bedeutung verlässlicher Vernetzungsformate: Im Rahmen der Innovationsprojektevernetzung unter Federführung des LidiceHaus kommen Projekte der Rechtsextremismus- und Verschwörungsprävention regelmäßig in Präsenz und digital zusammen. Diese Treffen ermöglichen es, Erfahrungen systematisch auszutauschen, fachliche Expertise zu bündeln und gemeinsame Perspektiven zu entwickeln.

    Die Wirkung dieser Vernetzung ist konkret: Sie stärkt die Handlungssicherheit von Projekten im Umgang mit komplexen Herausforderungen, macht Wissen und erprobte Ansätze zugänglich und schafft belastbare Kooperationsstrukturen. Gleichzeitig entsteht ein gemeinsames Verständnis zentraler Bedarfe im Feld – eine wichtige Grundlage, um fachliche Anliegen gegenüber Fördermittelgebern fundiert zu vertreten.

    Wenn solche Formate wegfallen, gehen nicht nur Austauschmöglichkeiten verloren, sondern auch gewachsene Expertise, abgestimmte Strategien, Ressourcen und tragfähige Unterstützungsstrukturen für die Praxis. Vernetzung ist keine Ergänzung, sondern ein zentraler Bestandteil wirksamer Präventionsarbeit: Sie sichert Qualität, vermeidet Parallelstrukturen und ermöglicht gezielten Ressourceneinsatz.

    Vor diesem Hintergrund ist ein weiteres Vernetzungstreffen in Planung – als Raum, um fachlichen Austausch aufrechtzuerhalten, Entwicklungen gemeinsam einzuordnen und sich gegenseitig zu stärken. Gerade in einer Phase, in der Förderungen auslaufen und Projekte unter Druck stehen, zeigt sich: Zusammenarbeit, systematischer Wissenstransfer und die Stärkung gemeinsamer Strukturen sind unverzichtbar.

    KompRex | 30. April 2026

  • Neu: Plakat „Kinderrechte und Rechtsextremismus“

    Neu: Plakat „Kinderrechte und Rechtsextremismus“

    Bild: ©RuF

    Die Fachstelle Rechtsextremismus und Familie stellt ab sofort ihr neues A2-Plakat „Kinderrechte und Rechtsextremismus“ zum Download bereit.

    Es macht auf einen Blick deutlich, wie das Aufwachsen in extrem rechten Familien gegen die UN-Kinderrechtskonvention verstößt – entlang der drei zentralen Rechtsdimensionen: Beteiligungsrechte, Schutzrechte und Förderrechte.

    Das Plakat zeigt u. a., wie Kinder in rechtsextremen Familien politisch instrumentalisiert werden, Gewalt erfahren, medizinische Versorgung verweigert bekommen oder durch Isolation und Indoktrination in ihrer freien Entfaltung eingeschränkt werden.

    Es richtet sich an pädagogische Fachkräfte, Beratungsstellen, Jugendämter und alle, die beruflich mit Kindern und Familien arbeiten. Ideal zum Aushang in Kitas, Schulen und Beratungsstellen.

    Fachstelle Rechtsextremismus und Familie (RuF) | 14. April 2026

  • Bundesweite Bedarfsabfrage zur Rechtsextremismusprävention

    Bundesweite Bedarfsabfrage zur Rechtsextremismusprävention

    Der Kooperationsverbund Rechtsextremismusprävention (KompRex) hat das Ziel, bundesweit in Regelstrukturen zu wirken, Netzwerke aufzubauen und die Zivilgesellschaft in der Rechtsextremismusprävention dort zu unterstützen, wo der Bedarf am größten ist. Als zentraler Akteur im Bundesprogramm „Demokratie leben!“ zur Rechtsextremismusprävention ist es unsere Aufgabe, die Herausforderungen und Bedarfe aller geförderten Projekte zu kennen und unsere Maßnahmen entsprechend anzupassen. Dazu wurde von uns eine Bedarfsabfrage für alle Partnerschaften für Demokratie (PfD), Landesdemokratiezentren (LDZ) und Innovationsprojekte im Bereich Rechtsextremismusprävention und Verschwörungsdenken konzipiert und durchgeführt. Mit der Bedarfsabfrage sollte ermittelt werden, wie die Prävention von Rechtsextremismus noch wirksamer gestaltet werden kann, welche konkreten Herausforderungen die Träger vor Ort erleben und welche Unterstützungsangebote ihre Arbeit wirklich stärken.

    Die Bedarfsabfrage wurde im November 2025 an 267 Träger bundesweit versendet. Trotz des hohen Arbeitsaufwands zum Jahresende gab es eine breite Beteiligung an der Bedarfsabfrage. Dies bestärkt uns, Bedarfsumfragen in regelmäßigen Abständen zu wiederholen, um für die Partnerschaften für Demokratie, die Landesdemokratiezentren und die Innovationsprojekte die bestmögliche unterstützende Struktur zu bilden.

    Wer hat teilgenommen?

    • Die Umfrage wurde an 267 Träger verschickt (114 davon in Ostdeutschland).
    • 128 Träger haben teilgenommen.
    ©Amadeu Antonio Stiftung

    Überdurchschnittlich oft wurde die Umfrage von Trägern aus Ostdeutschland beantwortet. Das deutet auf einen (sehr erwartbaren) größeren Bedarf an Unterstützung durch die Träger in Ostdeutschland, insbesondere durch die dortigen lokalen Netzwerke, die PfDs, hin.

    ©Amadeu Antonio Stiftung

    Rund zwei Drittel der Träger haben seit über zehn Jahren Expertise im Themenfeld Demokratiebildung und Rechtsextremismusprävention. Das zeigt auf, welche Expertise wegbricht, wenn die Umgestaltung von „Demokratie leben!“ in Kraft tritt.

    ©Amadeu Antonio Stiftung

    Die Träger wünschen sich insbesondere Fortbildungen, Methodenvermittlung sowie das Teilen wissenschaftlicher Erkenntnisse zu unterschiedlichen Aspekten des Rechtsextremismus. Dies ist aufgrund der sehr dynamischen Entwicklungen im Rechtsextremismus nicht verwunderlich.

    Es besteht vor allem inhaltliches Interesse an diesen drei Themenbereichen:

    • Aktuelle Entwicklungen und Strömungen des Rechtsextremismus
    • Jugend und Rechtsextremismus
    • Rechtsextremismus im ländlichen Raum
    ©Amadeu Antonio Stiftung

    Darüber hinaus wünschen sich viele PfDs, LDZen und Innovationsprojekten ebenfalls eine Interessenvertretung durch KompRex als entstehende bundeszentrale Struktur. Ein Träger wünscht sich einen „Zusammenschluss zivilgesellschaftlicher Akteur*innen mit dem Ziel auch gegen die rechte Stimmungsmache solidarisch zu bleiben und die Wichtigkeit der Arbeit an die Politik weiterzutragen.“

    ©Amadeu Antonio Stiftung

    Viele Träger sind von Angriffen auf die Zivilgesellschaft betroffen. Nur bei 14 Prozent der Träger besteht keine Sorge vor Angriffen, 44 Prozent der befragten Träger haben in den letzten zwei Jahren schon Angriffe erleiden müssen.

    • Als Formen der Gewalt nennen die Träger insbesondere digitale Anfeindungen, Beleidigungen und Diskreditierungen.
    • Sorge besteht, da laut den Trägern etwa „kommunale Beschäftigte generell vielen Angriffen ausgesetzt sind (verbal und/oder tätlich)“, „sich subtile Versuche extremistischer Raumnahmen häufen“ und „der Träger bereits öffentlich diskreditiert wurde und sich die Lage zuspitzt und der Träger weiter ins Visier der AfD kommt“.
    ©Amadeu Antonio Stiftung

    Die Bedarfsabfrage zeigt auf, dass KompRex insbesondere für PfDs und LDZen als Fortbildungs- und Unterstützungsstruktur fungieren soll und für diese eine hohe Relevanz besitzt. Die Umfrage zeigt auch sehr deutlich, warum gut funktionierende Kooperationsverbünde ein Mehrwert für kommunale und landesweit arbeitende Träger, wie die Partnerschaften für Demokratie und Landesdemokratiezentren, darstellen. Die Auswertung der Bedarfsabfrage fließt aktuell in die laufende Arbeit des KompRex ein, um zeitnah auf die genannten Bedarfe und Herausforderungen zu reagieren. Auch die bereits geplanten Maßnahmen für 2026 von der Fortbildungsreihe über das Infoportal und den digitalen Fachtag bis hin zu den Vernetzungsangeboten begegnen den erhobenen Bedarfen.

    Dass die gesamte Arbeit des KompRex laut den Plänen des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) als Unterstützungsstruktur 2027 wegfallen soll, ist angesichts der aufgezeigten Bedarfe mehr als bitter. Denn der Kooperationsverbund bündelt jahrelange Expertise in der Rechtsextremismusprävention in Bereichen wie Rechtsextremismus unter Jugendlichen sowie in Schulen und Familien, im ländlichen Raum, in Wirtschaft, Justiz und Kirchen bis hin zum noch wenig beforschten Feld des türkischen Rechtsextremismus, die allesamt von einem Großteil der Befragten als sehr relevant für ihre Arbeit benannt wurden. Dies betrifft auch die Bereiche Schutz und Vernetzung der Zivilgesellschaft, jeweils verbunden mit dem Wunsch nach Unterstützung, z.B. in Form von Beratungen oder Fortbildungen.

    Wir möchten uns hiermit noch einmal ausdrücklich bei allen bedanken, die an der Bedarfsabfrage teilgenommen haben!

    KompRex | 13. April 2026

  • Kompetent gegen Rechtsextremismus – Modulare Fortbildungsreihe 2026

    Kompetent gegen Rechtsextremismus – Modulare Fortbildungsreihe 2026

    Foto: ©Jan Weiler

    Der Kooperationsverbund Rechtsextremismusprävention (KompRex) bietet von April bis Juli 2026 eine modulare Fortbildungsreihe an.

    Mit der modularen Online-Fortbildungsreihe reagierte KompRex auf von uns wahrgenommene Bedarfe für eine niedrigschwellige Fortbildung und Qualifizierung zum Thema Rechtsextremismusprävention. Sie richtet sich in erster Linie an Personen aus Regelstrukturen, also z.B. Gleichstellungsbeauftragte, Mitarbeitende von großen Sozialverbänden oder der Freiwilligen Feuerwehr, Fachkräfte aus der Rechtsextremismusprävention, Personen die in Projekten, die von „Demokratie Leben!“ gefördert werden, selber aktiv sind und die vielen Aktive der Zivilgesellschaft.

    In zwei einführenden Workshops soll Grundlagenwissen über Erscheinungsformen des Rechtsextremismus vermittelt werden. In den darauffolgenden Vertiefungsworkshops führen die Träger des KompRex in die Herausforderungen mit Rechtsextremismus in ihren jeweiligen Feldern ein. Die Anmeldung ist ab sofort möglich.

    Die Workshops finden jeweils von 9-13 Uhr online statt.


    Montag, den 27.04.2026, 9-13 Uhr
    Einführungsworkshop I: Rechtsextremismus in Deutschland – Grundlagen

    Hinschauen, verstehen, einordnen: Im ersten Workshop schaffen wir eine gemeinsame Grundlage für die Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus und seinen Ausprägungen. Wir setzen uns mit zentralen Begrifflichkeiten und wissenschaftlichen Diskursen auseinander, nehmen die Perspektive von Betroffenen in den Blick und beleuchten Erklärungsansätze zu Radikalisierungsprozessen.


    Dienstag, den 05.05.2026, 9-13 Uhr
    Einführungsworkshop II: Modernisierungen? – Neue Rechte und türkischer Rechtsextremismus

    Das zweite Modul will aufzeigen, wie unterschiedlich Erscheinungsformen des Rechtsextremismus in Deutschland sein können. Im Mittelpunkt stehen die sogenannte Neue Rechte und der türkische Rechtsextremismus in Deutschland.
    In Bezug auf die Neue Rechte soll gefragt werden, was ihren ideologischen Kern ausmacht, welchen intellektuellen und auch radikalisierenden Einfluss sie auf den (parteiförmigen) Rechtsextremismus hat, und was sie vom Konservatismus trennt. In Bezug auf türkischen Rechtsextremismus geht es um die Frage, wie dieser in Deutschland auftritt, wie und welche Personen und Gruppen maßgeblich davon bedroht sind und in welchem Verhältnis er zur mehrheitsdeutschen extremen Rechten steht. Darüber hinaus sollen Handlungsoptionen der demokratischen Zivilgesellschaft diskutiert werden.


    Montag, 11.05.2026, 9-13 Uhr
    „Mannhaft werden“ – Relevanz von Gender- & Familienpolitiken im Rechtsextremismus

    Antifeminismus ist eine zentrale Ideologie im Rechtsextremismus, die sich gegen die Gleichstellung der Frauen genauso wie gegen geschlechtliche und sexuelle Vielfalt richtet. Auf der anderen Seite werden Frauen, queere Menschen und ihre Rechte instrumentalisiert, um rassistische Politiken zu legitimieren. Das Seminar gibt einen Überblick über Begriffe und rechtsextreme Strategien: Welche Geschlechterbilder und -vorstellungen kennzeichnen den Rechtsextremismus? Was und wer steckt hinter Anti-Gender-Mobilisierungen? Was verbirgt sich hinter „aktivierender Familienpolitik“, der Inszenierung als „wahre Feministinnen“ oder dem „Schutz unserer Frauen & Kinder“? Und warum sind diese Themen so anschlussfähig?

    (Der Workshop wird von der Amadeu Antonio Stiftung durchgeführt.)


    Mittwoch, 20.05.2026, 9-13 Uhr
    Rechtsextreme Einflussnahme in der Arbeitswelt: Akteur*innen und Handlungsoptionen

    Jede*r dritte Beschäftigte in Deutschland hat bereits rechtsextreme Einstellungen am Arbeitsplatz wahrgenommen. Viel zu oft werden diese Fälle ignoriert, denn Führungskräften wie Mitarbeitenden fehlt es an praktischem Wissen. Der Workshop gibt einen Überblick über das Thema Rechtsextremismus in der Arbeitswelt. Es werden rechtsextreme Strategien und Akteur*innen im Kontext Wirtschaft und Arbeit aufgezeigt und besprochen, wie sich deren Einflussnahme hier erkennen lässt. Außerdem werden Handlungsoptionen diskutiert, um der Verbreitung von Rechtsextremismus am Arbeitsplatz entgegenzuwirken.

    (Der Workshop wird von Gesicht Zeigen durchgeführt.)


    Dienstag, 26.05.2026, 9-13 Uhr
    Umgang mit Angriffen und Bedrohungen

    Was ist bei Angriffen und Einschüchterungsversuchen von rechts auf die demokratische Zivilgesellschaft zu tun? Und wie finden wir den richtigen Umgang mit Shitstorms? Der Workshop zeigt anhand von Bedarfen der Teilnehmenden verschiedene Strategien der Gegenwehr auf, informiert über Hilfs- und Unterstützungsstrukturen für Betroffene rechter Anfeindungen, Bedrohungen und Angriffe und bietet die Möglichkeit für Erfahrungsaustausch.

    (Der Workshop wird von der Amadeu Antonio Stiftung durchgeführt.)


    Mittwoch, 03.06.2026, 9-13 Uhr
    Die extreme Rechte und die Religion

    Wichtige Teile der extremen Rechten setzen zunehmend auf christliche Identitätspolitik – wie nicht zuletzt die bekannte Parole von der „Rettung des christlichen Abendlandes“ zeigt. Wir wollen in der Veranstaltung der Frage nach dem Verhältnis der extremen Rechten zur Religion nachgehen und welche Bedeutung das für die Analyse des Rechtsextremismus hat.
    Die extreme Rechte ist keineswegs einheitlich religiös geprägt. Während einige Strömungen das Christentum instrumentalisieren, lehnen andere es ab und orientieren sich an neuheidnischen Mythen oder an einer „rechten Esoterik“.  Doch welche Inhalte werden am rechten Rand der Kirchen vertreten? Warum sind Neonazis so vom Neuheidentum fasziniert? Und welche Rolle spielt dabei die lange Tradition des christlich geprägten Antisemitismus?

    (Der Workshop wird von der BAG K+R durchgeführt.)


    Montag, 08.06.2026, 9-13 Uhr
    Am Rand verortet – mitten in der Gesellschaft: Türkischer Rechtsextremismus im deutschen Kontext

    Der Workshop bietet einen einführenden Überblick in eine bislang oft einseitig beleuchtete Facette des Rechtsextremismus: die türkische (extreme) Rechte in Deutschland. Im Zentrum steht die Auseinandersetzung mit ideologischen Merkmalen, ein Blick auf zentrale Akteure sowie der Vergleich mit rechtsextremen Ideologien im mehrheitsdeutschen Kontext.
    Besonderes Augenmerk gilt der Perspektive von Betroffenen sowie den gesellschaftlichen Auswirkungen des Phänomens. Gemeinsam setzen wir uns im Workshop mit bestehenden Strukturen in der Präventionslandschaft auseinander – bevor wir der Frage nachgehen, welche Herausforderungen sich daraus für politische Bildung, Prävention und professionelles Handeln ergeben.

    (Der Workshop wird von der Fachstelle Türkischer Rechtsextremismus durchgeführt.)


    Montag, 15.06.2026, 9-13 Uhr
    Jugendlicher Rechtsextremismus – Problemaufrisse und Präventionsansätze

    Immer jüngere Heranwachsende vertreten lautstark menschen- und demokratiefeindliche Haltungen. Aktionsorientierte rechtsradikale Jugendkulturen erstarken und werden z.T. von rechtsextremen Altkadern unterstützt. Das Gewaltpotential steigt. Die Frage, wie man pädagogisch angemessen damit umgeht, stellt u.a. Schule und Jugendarbeit vor drängende Herausforderungen.
    Im Workshop wird Hintergrundwissen zu Radikalisierungsprozessen, Risikofaktoren und Hinwendungsmotiven bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen differenziert dargestellt und entsprechende Ansätze, Strategien und Handlungsmöglichkeiten der Rechtsextremismusprävention und Intervention hinsichtlich ihrer Potentiale und Grenzen besprochen und mit den Bedarfen und Praxiserfahrungen der Teilnehmenden abgeglichen.

    (Der Workshop wird von Cultures Interactive durchgeführt.)


    Dienstag, 23.06.2026, 9-13 Uhr
    Kenne Deine Rechte(n)! – Rechtsextremismus und Justiz

    Wann ist rechtsextreme Hetze eigentlich strafbar? Welche rechtsextremen Symbole und Kennzeichen sind verboten? Und was bedeutet es, wenn die Justiz im Verfahren ein politisches Motiv (nicht) erkennt? Dieser Workshop vermittelt rechtliches Grundlagenwissen zu relevanten Straftatbeständen und zeigt die größten Leerstellen im juristischen Umgang mit Rechtsextremismus auf. Besprochen werden neben dem Umgang der Justiz mit Rechtsextremismus auch die Diskussion um Parteiverbotsverfahren und die Frage nach politischer Neutralität. 

    (Der Workshop wird von Gesicht Zeigen durchgeführt.)


    Mittwoch, 08.07.2026, 9-13 Uhr
    Kindheit rechts außen

    Wie ergeht es Kindern, die in einer extrem rechten Familie aufwachsen? Im Workshop geben wir einen Einblick in das Thema und beleuchten Familiensysteme sowie Erziehungsmethoden, auch vor historischem Hintergrund. Mit einer Vielfalt an Methoden eröffnen wir unterschiedliche Perspektiven und werfen zum Abschluss einen Blick auf Herausforderungen und Handlungsoptionen.

    (Der Workshop wird von der Fachstelle Rechtsextremismus und Familie des LidiceHauses Bremen durchgeführt.)


    KompRex | 7. April 2026

  • Sicherheitsreport zu Angriffen auf Demokratieprojekte

    Sicherheitsreport zu Angriffen auf Demokratieprojekte

    Bild: ©Amadeu Antonio Stiftung

    Rechtsextremismus ist die größte Gefahr für die Demokratie in Deutschland: Immer häufiger werden Demokratieprojekte Ziel rechtsextremer Angriffe, ihre Arbeit wird zunehmend erschwert.

    Die demokratische Zivilgesellschaft gerät dabei gezielt unter Druck: Projekte werden angegriffen, Förderungen infrage gestellt und Engagierte eingeschüchtert. Gleichzeitig verbreiten rechtsextreme Akteure – darunter auch die Alternative für Deutschland sowie rechts-alternative Medien – demokratiefeindliche Narrative, die darauf abzielen, zivilgesellschaftliches Engagement zu delegitimieren. So entsteht ein Feindbild der Zivilgesellschaft, das die Bedingungen für Demokratiearbeit zunehmend verschärft.

    Der Sicherheitsreport „Feindbild Zivilgesellschaft“ analysiert diese Entwicklungen, ordnet die Angriffe systematisch ein und widerlegt zentrale Narrative. Zudem kommen Betroffene selbst zu Wort, und es werden konkrete Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit Angriffen aufgezeigt.

    Die Analyse basiert auf einem systematischen Medienmonitoring.

    Amadeu Antonio Stiftung | 2. April 2026

  • Niedrigschwellig und praxisorientiert

    Niedrigschwellig und praxisorientiert

    Foto: ©Offenblende/Micheal Wendt

    Online-Fortbildungen von cultures interactive e.V. im Frühjahr 2026

    Auch dieses Jahr bietet cultures interactive e.V. wieder ausgewählte Online-Fortbildungen für Mitarbeitende aus Schule und Jugendarbeit an. Im Zeitraum April bis Mai finden vier Veranstaltungen statt.

    Beim „Basiskurs Rechtsextremismus“ bekommen Lehrkräfte und Jugendsozialarbeitende Ideen und Hintergründe zu guten Zugängen und Hilfestellungen, um mit rechtsextrem affinen Kindern und Jugendlichen zu arbeiten und Veränderungen bei ihnen anzuregen.

    „Von wegen neutral“ stärkt die Handlungssicherheit bei Lehrkräften, Demokratieförderung entsprechend ihres schulgesetzlich geregelten Auftrags, im Unterricht umzusetzen.

    Im Online-Workshop „Genderreflektierte Rechtsextremismusprävention“ werden Weiblichkeits- und Männlichkeitsvorstellungen sowie geschlechtsspezifische Hinwendungsfaktoren zum Rechtsextremismus diskutiert. Dazu gibt es Anregungen zu Präventionsansätzen, die Genderfragen reflektieren.

    Im zweiteiligen Workshop „Jugendkulturansatz in der Islamismusprävention“ geht es einerseits um Formen und Themen in der islamistischen Ansprache und um ­spezifische Hinwendungs­faktoren und andererseits um konkrete Leitlinien, Methoden und Themen für eine lebens­welt­orientierte und diversitäts­sensible Islamismus­prävention im Abgleich zu Rechtsextremismus.

    Basiskurs Rechtsextremismusprävention (3 Module á 3 Std, 08./22./29.04.2026, je 10 – 13 Uhr)

    Der Jugendkulturansatz in der Islamismusprävention (2 Module á 3 Std, 19./26.05.2026, je 17 – 20 Uhr)

    Genderreflektierte Rechtsextremismusprävention

    Von wegen neutral! (27.05.2026, 10 – 12.30 Uhr)

    Angesprochen sind ehren-/neben-/hauptamtliche Mitarbeitende und Multiplikator:innen aus pädagogischen und verwandten Arbeitsfeldern wie Jugend(sozial)arbeit, (politischer) Bildung, Prävention, Schule, Demokratiearbeit.

    Die Anmeldung ist unter den angegeben Links ab sofort möglich.

    Cultures Interactive | 2. April 2026

  • Türkischer Rechtsextremismus und die Stimmen der Betroffenen

    Türkischer Rechtsextremismus und die Stimmen der Betroffenen

    Bild: ©KompRex

    Im Fachmagazin „Außerschulische Bildung – Zeitschrift in der politischen Jugend- und Erwachsenenbildung“ (3/2025) haben Fachreferent*innen der Fachstelle Türkischer Rechtsextremismus (FaTRex) einen Artikel mit dem Titel „Türkischer Rechtsextremismus und die Stimmen der Betroffenen“ beigetragen. Gulistan Özmen-Tuncel und Erol Ünal beschäftigen sich darin mit transnationalen ideologischen Verflechtungen, Radikalisierungsstrategien und medialen Inszenierungen. Im Zentrum stehen u.a. die Sichtbarmachung der Perspektiven Betroffener, die Anfeindungen und Gewalt erfahren. Es stellt sich die Frage: Wie kann politische Bildung türkischem Rechtsextremismus begegnen, ohne minorisierte Gruppen pauschal zu stigmatisieren? Der Artikel ist ein Plädoyer für eine differenzierende Auseinandersetzung mit transnationalen Rechtsextremismen als Bestandteil demokratischer Bildung und Resilienzförderung.

    FaTRex | 23. März 2026

  • Fachartikel zu türkischem Rechtsextremismus in „psychosozial“

    Fachartikel zu türkischem Rechtsextremismus in „psychosozial“

    Bild: ©KompRex

    Özge Erdoğan von der Fachstelle Türkischer Rechtsextremismus und Lisa Geffken von der Amadeo Antonio Stiftung haben einen gemeinsamen Fachartikel in der Zeitschrift psychosozial (2025/3) veröffentlicht.

    Der Beitrag trägt den Titel „Die Ülkücü-Bewegung (Graue Wölfe). Rechtsextremismus im transnationalen Kontext und seine Implikationen für Demokratieförderung und Sicherheit in Deutschland“ und setzt sich mit den Strukturen, Ideologien und transnationalen Verflechtungen türkischen Rechtsextremismus auseinander.

    Der Artikel analysiert insbesondere die Rolle der sogenannten Ülkücü-Bewegung („Graue Wölfe“) sowie die Herausforderungen, die sich daraus für Demokratieförderung, Präventionsarbeit und den Schutz betroffener Gruppen in Deutschland ergeben. Zudem wird aufgezeigt, warum eine stärkere Sensibilisierung für türkischen Rechtsextremismus in Politik, Zivilgesellschaft und pädagogischer Praxis notwendig ist.

    Der Beitrag kann beim Psychosozial-Verlag heruntergeladen werden (8,99 €):
    https://psychosozial-verlag.de/programm/4000/4100/26789-detail

    FaTRex & Amadeu Antonio Stiftung | 16. März 2026

  • Strategien gegen Diffamierungen – Flyer veröffentlicht

    Strategien gegen Diffamierungen – Flyer veröffentlicht

    Bild: ©Amadeu Antonio Stiftung

    Rechtsextreme Parteien gehen gezielt gegen öffentliche Förderprogramme für Demokratieprojekte und die durch sie geförderten Träger vor. Dahinter stecken Kampagnen gegen die demokratische Zivilgesellschaft, die darauf abzielen, wirkungsvolle Arbeit gegen Menschenfeindlichkeit und rechtsextreme Ideologien systematisch zu erschweren. Vereine, Bündnisse und andere zivilgesellschaftliche Organisationen werden deshalb strategisch angegriffen.

    Der Flyer richtet sich an zivilgesellschaftliche Initiativen und versteht sich als Leitfaden für praxistaugliche Gegenstrategien, die ihnen dabei helfen, trotz Diffamierungskampagnen und Anfeindungen arbeitsfähig und resilient zu bleiben. Wer die Methoden rechtsextremer Akteur*innen versteht, kann rechtzeitig sinnvolle Maßnahmen ergreifen, etwa Kommunikationsstrategien entwickeln, Verbündete suchen, Beratung und rechtliche Unterstützung finden sowie Team und Mitglieder schützen. Der Flyer wurde vom Kompetenzzentrum Rechtsextremismus und Demokratieschutz in Zusammenarbeit mit der Projektförderung der Amadeu Antonio Stiftung erstellt und steht zum Download zur Verfügung.

    Amadeu Antonio Stiftung | 12. Februar 2026

  • Online-Sicherheitssprechstunde für die demokratische Zivilgesellschaft

    Online-Sicherheitssprechstunde für die demokratische Zivilgesellschaft

    Bild: ©Amadeu Antonio Stiftung

    Die Online-Sicherheitssprechstunde für die demokratische Zivilgesellschaft

    Einmal im Monat bietet die Amadeu Antonio Stiftung eine Online-Sicherheitssprechstunde an, um die Zivilgesellschaft besser auf aktuelle Bedrohungen vorzubereiten. Ziel ist es, einen offenen Raum für Austausch zu schaffen, in dem sich Menschen begegnen können, die sich in der demokratischen Zivilgesellschaft engagieren. Auf diese Weise wird ein niedrigschwelliger Wissensaustausch ermöglicht, der es den Teilnehmenden erlaubt, voneinander zu lernen und von den Erfahrungen anderer zu profitieren.

    Ein Raum für Engagierte aus der demokratischen Zivilgesellschaft

    Die Sicherheitssprechstunde richtet sich dabei an alle Menschen, die sich in der demokratischen Zivilgesellschaft engagieren, sich für sicherheitsrelevante Fragestellungen interessieren und sich darüber austauschen möchten. Die Themen der kommenden Sitzungen werden nach und nach bekannt gegeben. Interessierte können die geplanten Termine hier einsehen.

    Ablauf: Input und Austausch

    In der Regel beginnen die Sicherheitssprechstunden mit einem Experteninput, der das jeweilige Schwerpunktthema einführt und vertieft. Daran schließt sich der zentrale Bestandteil des Formats an: der gemeinsame Austausch. Die Teilnehmenden sind eingeladen, offen Fragen zu stellen, eigene Perspektiven einzubringen und über ihre Erfahrungen zu sprechen. Die Sicherheitssprechstunde ist ausdrücklich als beteiligungsorientiertes Format konzipiert und bietet allen Teilnehmenden ausreichend Raum, um ihre individuellen Anliegen zu thematisieren

    Was bewirkt die Sicherheitssprechstunde?

    Die Sicherheitssprechstunde wird seit Juni 2025 angeboten. Seitdem konnten schon viele unterschiedliche Themen behandelt werden. So wurde unter anderem der Austausch zu Fragen des Datenschutzes, der Resilienz und der Neutralität innerhalb der demokratischen Zivilgesellschaft ermöglicht. Darüber hinaus fließen die Erkenntnisse aus den Sicherheitssprechstunden in die Sicherheitsreports ein und werden so einem breiteren Publikum zugänglich gemacht.

    Ausblick: Bedrohung der Zivilgesellschaft in Wahlkampfzeiten

    Die nächste Sicherheitssprechstunde findet am 11. Februar 2026 statt und richtet sich gezielt an Engagierte in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. Im Kontext der Landtagswahlen haben Interessierte die Möglichkeit, sich mit Stefan Heerdegen von MOBIT über mögliche Bedrohungen und Gefahren austauschen und gemeinsam Umgangsstrategien zu entwickeln. Diese Sicherheitssprechstunde wird ohne Experteninput stattfinden und ist ausschließlich als beteiligungsorientiertes Format angelegt. Eine Anmeldung ist ab sofort unter sicherheitssprechstunde@komprex.de möglich. Die Teilnehmenden werden gebeten, konkrete Fragen bereits bei der Anmeldung anzugeben.

    Amadeu Antonio Stiftung | 5. Februar 2026

  • Elternzeitvertretung in der Koordinierungsstelle des KompRex

    Elternzeitvertretung in der Koordinierungsstelle des KompRex

    Foto: ©Julian Paul

    Mein Name ist Lea Lochau und ich bin die Elternzeitvertretung für die Koordinatorin des Kooperationsverbunds Rechtsextremismusprävention (KompRex), angesiedelt bei der Amadeu Antonio Stiftung. Ich habe Sozial- und Kulturwissenschaften, mit Schwerpunkten Politik– und Genderstudies an der Europa Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) studiert. Seit 2022 arbeite ich in der Amadeu Antonio Stiftung zu Rechtsextremismus und Antifeminismus, zuletzt als Fachreferentin für Bedrohungsmanagement und Koordination der Fachstelle für Gender und Rechtsextremismus.

    Die Erfahrungen und Expertise werde ich in der Koordination des KompRex nutzen und möchte inhaltlich die Schwerpunkte im Bereich geschlechterreflektierender Rechtsextremismusprävention und den Umgang mit strategischen Angriffen auf die Zivilgesellschaft durch rechtsextreme Akteur*innen setzen.

    In einer Zeit, in der Rechtsextremismus die Demokratie von vielen Seiten versucht zu zerstören, ist der Kooperationsverbund der Ort, an dem gesellschaftliche Verantwortung, langjährige fachliche Expertise und gemeinsames Handeln zusammenkommen und ich freue mich, die Koordination des KompRex als Elternzeitvertretung zu übernehmen!

    KompRex | 2. Februar 2026

  • 2. KompRex-Newsletter

    2. KompRex-Newsletter

    Bild: ©KompRex

    Der politische Ton wird rauer, die Zahlen rechtsextremer Angriffe steigen, das Bundesprogramm „Demokratie Leben!“ sieht sich immer öfter Diffamierungskampagnen ausgesetzt…

    Was macht uns trotz all dem Hoffnung, unsere Arbeit voller Überzeugung weiter zu machen?

    Darüber können Sie in unserem neuen Newsletter lesen, der Mitte Dezember erscheint. Melden Sie sich schnell an und lassen auch Sie das Jahr hoffnungsvoll ausklingen!

    KompRex | 9. Dezember 2025

  • Solidarischer – wirksamer – mutiger: Vernetzungstreffen der Gruppe beherzt 2025

    Solidarischer – wirksamer – mutiger: Vernetzungstreffen der Gruppe beherzt 2025

    Foto: ©Gruppe beherzt

    Ende September 2025 kamen rund 120 zivilgesellschaftlich Engagierte aus dem gesamten Bundesgebiet im niedersächsischen Bostelwiebeck zusammen. Eingeladen hatte die Gruppe beherzt – für Demokratie und Vielfalt e. V. zu ihrem jährlichen Vernetzungstreffen, das mit Unterstützung des Kompetenzzentrum Rechtsextremismus und Demokratieschutz organisiert wurde. Ziel der dreitägigen Veranstaltung war es, gemeinsame Strategien für wirksames demokratisches Handeln zu entwickeln, Erfahrungen zu teilen und Initiativen, insbesondere im ländlichen Raum, zu stärken. Also genau dort, wo demokratisches Engagement oftmals unter besonders schwierigen Bedingungen stattfindet. 

    Seit 2018 organisiert die Gruppe beherzt eines der größten Vernetzungstreffen für demokratisch Engagierte in strukturschwachen und ländlichen Regionen. Auch in diesem Jahr folgten über 120 Personen der Einladung: ein deutliches Zeichen für den hohen Bedarf an Austausch und Unterstützung. Schon zu Beginn der Veranstaltung wurde deutlich, unter welchem Druck viele Initiativen vor Ort stehen: Erst wenige Wochen vor dem Treffen war in Gardelegen eines der „Kreuze ohne Haken“ der Gruppe beherzt, ein Symbol für Vielfalt und Menschenrechte, verbrannt und das Bild anschließend in sozialen Netzwerken verbreitet worden.

    Solche Vorfälle verdeutlichen nicht nur die Anfeindungen, denen sich demokratisch Engagierte zunehmend ausgesetzt sehen, sondern auch, wie stark sich analoge und digitale Räume gegenseitig beeinflussen. Der digitale Raum spielt eine wachsende Rolle bei der Verbreitung rechtsextremer Ideologien, gerade unter Jugendlichen. Soziale Medien wirken dabei nicht selten als Katalysator für Radikalisierungsprozesse. Die gezielte Ansprache junger Menschen durch rechtsextreme Akteure, oft eingebettet in scheinbar harmlose Inhalte oder „Trends“, erschwert frühzeitige Interventionen und stellt zivilgesellschaftliche Arbeit vor neue Herausforderungen.

    In Impulsvorträgen und Diskussionen mit Expert*innen wie der Journalistin Andrea Röpke und der Theologin Dr. Ruth Hess wurden Themen wie völkische Siedlerfamilien, Antifeminismus, die Verbreitung rechtsextremer Narrative sowie gelungene Gegenstrategien thematisiert. Dabei wurde betont, dass fundierte Analysen, lokale Kenntnisse und tragfähige Netzwerke wesentliche Voraussetzungen für wirksame Demokratieförderung sind.

    Die Veranstaltung bot aber nicht nur Raum für Analyse, sondern auch für lösungsorientierten Austausch. Im Gespräch miteinander und mit Expert*innen aus Forschung, Journalismus und Praxis konnten die Teilnehmer*innen Anregungen für ihr eigenes Engagement sammeln, so etwa im Umgang mit Desinformation und Hassrede im Netz oder beim Aufbau resilienter lokaler Bündnisse.

    Ein zentrales Element des Treffens war die Podiumsdiskussion am Samstagnachmittag, in der Vertreter*innen der Zivilgesellschaft mit Jakob Blankenburg, Bundestagsabgeordneter der SPD, über notwendige politische Rahmenbedingungen für zivilgesellschaftliches Engagement ins Gespräch kamen. Moderiert von Tahera Ameer, Programmvorständin der Amadeu Antonio Stiftung, wurden unter anderem die Forderung nach einem Demokratiefördergesetz, Reformbedarfe im Gemeinnützigkeitsrecht sowie der Schutz vor strategischen Klagen (SLAPPs) diskutiert. Die Vorstellung einer gemeinsamen Resolution unterstrich den Wunsch nach klarer politischer Unterstützung für das Engagement vor Ort.

    Auch der Sonntag bot vielfältige inhaltliche Angebote. In praxisnahen Workshops ging es unter anderem um Kommunikationsstrategien gegen rechtsextreme Argumentationsmuster, digitale Zivilcourage und interkulturellen Austausch. Die Veranstaltung zeigte einmal mehr, dass demokratische Arbeit im ländlichen Raum, trotz aller Herausforderungen, von hoher fachlicher Qualität, großem Engagement und Innovationskraft geprägt ist.

    Die Gruppe beherzt – für Demokratie und Vielfalt e. V. ist seit 2018 in Niedersachsen aktiv. Die Mitglieder setzen sich für eine menschenrechtsorientierte, demokratische Gesellschaft ein und reagieren insbesondere auf rechtsextreme Raumnahmestrategien völkischer Siedlerfamilien. Mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen wie den „Kreuzen ohne Haken“ positioniert sich der Verein sichtbar gegen Ausgrenzung und Menschenfeindlichkeit. Die Amadeu Antonio Stiftung begleitet und unterstützt die Arbeit der Gruppe beherzt seit vielen Jahren, besonders bei der Organisation ihrer jährlichen Vernetzungstreffen.

    Amadeu Antonio Stiftung | 20. Oktober 2025

  • Rechtsextremismus unter Jugendlichen: Eine wachsende Gefahr, der wir gemeinsam begegnen müssen

    Rechtsextremismus unter Jugendlichen: Eine wachsende Gefahr, der wir gemeinsam begegnen müssen

    Silke Baer (cultures interactive) und Lisa Geffken (Amadeu Antonio Stiftung) waren im Rahmen des Kooperationsverbunds Rechtsextremismusprävention (KompRex) im Austausch mit der Bundestagsabgeordneten Marlene Schönberger (Bündnis 90/Die Grünen).

    Im Fokus stand die besorgniserregende Zunahme rechtsextremer Vorfälle unter Jugendlichen, insbesondere in Schulen, im ländlichen Raum und auf digitalen Plattformen. Wir sehen:

    • Rechtsextreme Narrative greifen Alltagssorgen auf, etwa soziale Ungleichheit, Männlichkeitsbilder oder Zukunftsängste, und verknüpfen sie mit rassistischer und demokratiefeindlicher Ideologie.
    • An vielen Schulen fehlt es an Handlungssicherheit: Lehrkräfte sind oft überfordert, Schulsozialarbeit unterbesetzt.
    • In der Fläche dominieren mancherorts zunehmend rechtsextreme Jugendcliquen. Demokratische Gegenangebote fehlen, auch weil viele Strukturen und Förderungen wegbrechen.
    • Auf Social Media sind rechtsextreme Akteure dort präsent, wo Jugendliche sich informieren durch Memes, Musik, Influencer:innen. Demokratische Kräfte hingegen sind oft nicht sichtbar genug.

    Wir haben Erfahrungen aus der Praxis geteilt: von Workshops über Bedrohungslagen bis hin zur Frage, was Prävention heute leisten muss. Klar wurde im Gespräch: Wir ziehen an einem Strang. Politische Verantwortung heißt, Räume zu sichern, in denen Jugendliche gesehen, gestärkt und ernst genommen werden.

    Wenn diese Räume fehlen, füllt der Rechtsextremismus die Lücke.

    Vielen Dank an Marlene Schönberger für das offene, konstruktive Gespräch und für ihr klares Bekenntnis zu Demokratieförderung und nachhaltiger Prävention.

    „Angesichts der Normalisierung und Ausbreitung von Rechtsextremismus müssen Politik und Zivilgesellschaft zusammenarbeiten, um diese bedrohliche Entwicklung aufzuhalten. Dafür braucht es eine stabile, langfristige Finanzierung und Wertschätzung für die Zivilgesellschaft statt Misstrauen durch die Regierung.“ (Marlene Schönberger)

    Amadeu Antonio Stiftung | 16. Oktober 2025

  • Ringvorlesung „Rechtsextremismus, Recht und Justiz“ an der FU Berlin, Wintersemester 2025/26

    Ringvorlesung „Rechtsextremismus, Recht und Justiz“ an der FU Berlin, Wintersemester 2025/26

    Foto: ©Gesicht zeigen!

    Wie hängen Rechtsextremismus, Recht und Justiz zusammen? Welche Rolle spielt rechtsextreme Ideologie vor Gericht? Was zeigen Prozesse gegen rechtsextreme Gewalt über den juristischen und gesellschaftlichen Umgang mit rechtsextremen Kräften?

    Diesen und weiteren Fragen widmet sich die vierte Auflage der Gesicht Zeigen!-Ringvorlesung „Rechtsextremismus, Recht und Justiz“ ab Mitte Oktober an der Freien Universität Berlin. In zehn Veranstaltungen beleuchten Expert*innen aus juristischer Praxis, Wissenschaft und Zivilgesellschaft unterschiedliche Schwerpunkte von der Diskussion um Parteiverbotsverfahren über die strafrechtliche Verfolgung rechter Gewalt bis hin zur juristischen Aufarbeitung des Attentats von Hanau.

    Die Vorlesungen finden ab dem 16.10. immer donnerstags von 18-20 Uhr (s.t.) an der Freien Universität Berlin statt.

    Die Veranstaltungen sind offen für alle Interessierten, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

    Die Ringvorlesung ist eine Kooperation von Gesicht Zeigen! und der Freien Universität Berlin unter der Schirmherrschaft von Prof. Dr. Carsten Momsen.

    Gesicht Zeigen! | 15. Oktober 2025

  • Modulare Fortbildungsreihe: Kompetent gegen Rechtsextremismus 2025

    Modulare Fortbildungsreihe: Kompetent gegen Rechtsextremismus 2025

    Foto: ©Offenblende/Michael Wendt

    Der Kooperationsverbund Rechtsextremismusprävention (KompRex) bietet von Oktober 2025 bis Januar 2026 eine modulare Fortbildungsreihe an. Die Reihe richtet sich an Fachkräfte aus der Rechtsextremismusprävention.

    In zwei einführenden Workshops soll Grundlagenwissen über Erscheinungsformen des Rechtsextremismus vermittelt werden. In den darauffolgenden Vertiefungsworkshops führen die Träger des KompRex in die Herausforderungen mit Rechtsextremismus in ihren jeweiligen Feldern ein. Die Anmeldephase ist bereits abgeschlossen. Mehr Infos zu den Inhalten der einzelnen Veranstaltungen finden Sie hier. Sollte die Nachfrage das Angebot bei weitem übersteigen, werden einzelne Module Anfang 2026 wiederholt.

    KompRex | 7. Oktober 2025

  • Rechtsextreme rekrutieren über Fitness, Feminismus und Feindbilder

    Rechtsextreme rekrutieren über Fitness, Feminismus und Feindbilder

    Foto: ©Julian Paul

    Ob „Tradwife“-Ästhetik, Gaming-Communities oder maskuliner Fitness-Content – rechtsextreme Akteur*innen sprechen Jugendliche heute dort an, wo sie sich zu Hause fühlen. Im Interview mit Belltower.News erklärt Lisa Geffken vom Kompetenzzentrum Rechtsextremismus und Demokratieschutz der Amadeu Antonio Stiftung und die Koordinatorin des KompRex, wie digitale Radikalisierung funktioniert – und wie wir uns ihr entgegenstellen können. Denn wer die Mechanismen kennt, kann Jugendliche stärken und rechtsextreme Netzwerke zurückdrängen.

    Belltower.News: Frau Geffken, was sind aus Ihrer Sicht derzeit die größten Herausforderungen im Themenfeld Rechtsextremismus?
    Lisa Geffken: Rechtsextremismus ist längst kein Randphänomen mehr, sondern mitten in der Gesellschaft angekommen. Besonders gefährlich ist die Radikalisierung von Jugendlichen, die heute stark über soziale Netzwerke erfolgt. Studien zeigen, dass fast zwei Drittel aller rechtsextremen Straftaten in Deutschland mittlerweile mit rechtsextremen und menschenfeindlichen Content im Internet zusammenhängen. Der digitale Raum bietet einen idealen Nährboden, denn hier kommen Jugendliche oftmals ganz unbewusst und niedrigschwellig mit solchen Inhalten in Berührung. Dort werden sie durch geschickte Ansprache abgeholt – hier beginnt die Radikalisierung.

    Dabei sehen wir deutliche Unterschiede: Junge Männer werden oft über Gaming-Communities, Fitness-Content oder gewaltbetonte Männlichkeitsbilder angesprochen – dort wird Stärke, Dominanz und Abwertung anderer ästhetisch als „cool“ inszeniert. Junge Frauen geraten dagegen eher über die Vermittlung traditioneller Rollenbilder in rechtsextreme Narrative hinein: etwa über vermeintlich „traditionelle Weiblichkeit“, die sogenannte „Tradwife“-Szene oder über Lifestyle-Influencer*innen, die in ihren Botschaften subtile Abwertungen von Gleichberechtigung, Feminismus oder Vielfalt einweben.

    Das hört sich so an, als würden Rechtsextreme genau überlegen, wen sie wie ansprechen können.
     Ja, rechtsextreme Akteur*innen nutzen sehr gezielt die unterschiedlichen Lebenswelten von Mädchen und Jungen, um sie mit passgenauen Inhalten zu erreichen. Sie kennen ihre Zielgruppe und vor allem die passgenaue Ansprache sehr gut. Die Botschaft ist immer die gleiche: „Wir verstehen euch, wir geben euch Rückhalt und einfache Antworten.“ Dahinter stehen digitale Netzwerke und Influencer*innen-Strukturen, die hochgradig vernetzt und schwer greifbar sind.

    Wenn wir heute vom Rechtsextremismus sprechen, denken wir oft in erster Linie an Parlamente.
    Aus gutem Grund. Wir dürfen auch die parteiförmige Organisation des Rechtsextremismus nicht unterschätzen. Rechtsextreme Parteien versuchen, antidemokratische Einstellungen parlamentarisch zu verankern und zu normalisieren. Und militantere Strukturen wie die neonazistische Kleinstpartei „Der III. Weg“ setzen gezielt auf Straßengewalt, Einschüchterung und paramilitärisch anmutende Auftritte, um Jugendliche zu rekrutieren und ganze Regionen unter Druck zu setzen. Diese parteiförmigen Akteur*innen sind eine enorme Herausforderung, weil sie Radikalisierung nicht nur digital, sondern auch organisatorisch und institutionell verfestigen – und so dauerhaft Resonanzräume für Hass und Gewalt schaffen.

    Was wiederum auch den digitalen Hass verstärken dürfte.
    Digitale und parteiförmige Radikalisierung greifen ineinander. Rechtsextreme betreiben dahingehend Arbeitsteilung. Jugendliche übernehmen Begriffe wie „Remigration“ im Alltag oder vernetzen sich in Cliquen, die sich radikalisieren, während Parteien und weitere Strukturen zum Beispiel aus dem Bereich des Kampfsports bereitstehen, die diese Radikalisierung langfristig absichern und ein Lifestyle-Angebot machen. Gleichzeitig beobachten wir eine wachsende Gewaltbereitschaft gegenüber allen, die dem etwas entgegensetzen – Kommunalpolitiker*innen, Lehrkräfte oder demokratische Initiativen. Wenn diese Menschen bedroht werden und aufgeben, verlieren Regionen oft die einzigen Stimmen, die sich offen für Demokratie und Minderheiten einsetzen. Das macht die Lage so gefährlich.

    Wie reagiert das Kompetenzzentrum auf diese Entwicklungen?
    Unsere Arbeit hat immer zwei Seiten: Wir unterstützen konkret die engagierten Menschen vor Ort, und wir wirken vermittelnd, indem wir Wissen sammeln, Expertise aufbauen und Standards für Qualität in der Demokratiearbeit setzen. In unseren Sicherheitssprechstunden etwa beraten wir Engagierte, die durch Rechtsextreme unter Druck geraten, und entwickeln gemeinsam mit ihnen Strategien, wie sie sich schützen können. Gleichzeitig geht es uns darum, Erfahrungen und Wissen systematisch aufzubereiten und in die Breite zu tragen: mit Handreichungen wie dem Demokratieatlas, mit gemeinsamen Fortbildungen im Rahmen des KompRex-Verbunds der beteiligten sechs Träger und durch eine enge beratende Begleitung von Initiativen und Verwaltungen vor Ort. Das ist genau die Stärke, die wir als Amadeu Antonio Stiftung in die Verbundarbeit des KompRex einbringen: wir kennen die Initiativen vor Ort, insbesondere in Ostdeutschland und rechtsextremen Schwerpunktregionen, ihre Probleme und Bedarfe und können durch unsere jahrzehntelange Expertise passgenau unterstützen und beraten.

    Ein wesentlicher Teil unserer Arbeit ist auch die Vernetzung. Wir bringen Akteur*innen aus Politik, Verwaltung, Schulen und Zivilgesellschaft zusammen, damit sie voneinander lernen und einander stärken. Denn nur, wenn wir unser Wissen bündeln und gemeinsam Qualitätsstandards für Prävention und Demokratieschutz entwickeln, können wir nachhaltig und langfristig etwas verändern. Gerade in Zeiten, in denen Rechtsextreme sich immer stärker auf den digitalen Raum konzentrieren, ist diese koordinierte Arbeit entscheidend.

    Können Sie Beispiele nennen, wie Ihre Arbeit wirkt?
    Eine junge Frau hat uns erzählt, dass sie wegen massiver Drohungen ihr Amt aufgeben wollte. In der Sicherheitssprechstunde haben wir gemeinsam Schutzstrategien entwickelt, und sie konnte dadurch weitermachen.

    Oder Jugendliche, die nach einem unserer Workshops berichteten: „Jetzt verstehe ich, wie diese Influencer arbeiten – und ich kann dagegenhalten.“ Einige von ihnen haben danach eigene Projekte an ihren Schulen gestartet, um über Vielfalt und gegenseitigen Respekt zu sprechen. Das zeigt, dass unsere Arbeit ermutigt und konkret wirkt.

    Mit den Initiativen gegen Rechtsextremismus im ländlichen Raum haben wir gerade vorletztes Wochenende bei einem überregionalen Vernetzungstreffen gemeinsam Positionen für die Politik formuliert, und sie zusammen mit Bundestagsabgeordneten diskutiert.

    Immer wieder gibt es auch Diffamierungen gegen die Amadeu Antonio Stiftung. Warum?
    Das ist ein altbekanntes Muster: Rechtsalternative Medien und Akteur*innen wie die AfD suchen sich Details heraus, blasen sie auf und stellen unsere Arbeit als unseriös dar. Ziel ist es, das Vertrauen in zivilgesellschaftliches Engagement zu zerstören. Wenn solche Vorwürfe von einzelnen Akteur*innen demokratischer Parteien aus der politischen Mitte übernommen werden, wird es besonders gefährlich – dann werden die Angriffe normalisiert.

    Natürlich machen auch wir oder die Bundesprogramme nicht alles perfekt. Wo Fehler passieren, benennen und bearbeiten wir sie offen und kritisch, denn Demokratie lebt von Glaubwürdigkeit und Transparenz. Und selbstverständlich gehören Träger, die nicht klar auf dem Boden des Grundgesetzes stehen, von einer Förderung ausgeschlossen. Aber die organisierten Desinformations- und Diffamierungskampagnen haben häufig mit konstruktiver Kritik nichts zu tun – sie sollen unsere Arbeit delegitimieren. Dabei ist sie wissenschaftlich fundiert, unabhängig und vor allem notwendig. Ohne zivilgesellschaftliches Engagement, ohne Demokrat*innen ist unsere Demokratie schutzlos.

    Amadeu Antonio Stiftung | 3. Oktober 2025

  • 1. KompRex-Newsletter

    1. KompRex-Newsletter

    Bild: ©KompRex

    Unser erster Newsletter wurde versendet!

    Wir stellen uns vor und berichten über die Herausforderungen, mit denen wir als Gesellschaft und in unseren Organisationen konfrontiert sind – und wie wir ihnen mit unserer Arbeit begegnen.

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    KompRex | 30. September 2025